(07.04.2026) Was uns – Marco Patzwall und Timo Greil vom Internationalen Zentrum der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg – von unserer Erasmus+ geförderten Fort- und Weiterbildungsreise nach Kaunas (Litauen) vom 15.03.2026 bis 21.03.2026 besonders in Erinnerung geblieben ist, lässt sich in drei litauischen Worten zusammenfassen: „Ginti. Saugoti. Padėti.“ – „Schützen. Sichern. Helfen.“. Diese Worte begegneten uns während unseres gesamten Aufenthalts immer wieder – sichtbar auf Einsatzfahrzeugen, an Gebäuden und auf polizeilichen Insignien. Schnell wurde klar, dass es sich dabei nicht nur um einen Leitspruch handelt, sondern um Werte, die die Kolleginnen und Kollegen vor Ort im täglichen Dienst sichtbar leben.
Zu Gast an der Polizeihochschule Litauens
Im Rahmen der Mobilität im aktuellen Erasmus+ Projekt der HPol BB in der Hochschulbildung waren wir zu Gast an der Polizeischule Litauens in Kaunas. Von Beginn an wurden wir äußerst herzlich empfangen und während des gesamten Aufenthalts hervorragend betreut. Die Zusammenarbeit war durchweg offen, unkompliziert und von einer freundschaftlichen Atmosphäre geprägt. Der Austausch war jederzeit partnerschaftlich und nicht nur fachlich gewinnbringend, sondern auch persönlich bereichernd.


Wir erhielten einen direkten Einblick in Aufbau und Ablauf der polizeilichen Ausbildung in Litauen und konnten viele Parallelen, aber auch Unterschiede zu unserem eigenen System feststellen. Gleichzeitig haben wir mit unseren litauischen Kolleginnen und Kollegen ganz konkret darüber gesprochen, wie zukünftige Auslandsaufenthalte für unsere Bachelorstudierenden im Rahmen des Wahlpflichtmoduls „Polizei in internationalen Einsätzen“ gestaltet werden können.
Spannende Einblicke in Praxis und Theorie
Ein besonders prägender Bestandteil des Aufenthalts war die Teilnahme am realen Dienstgeschehen: Wir begleiteten eine komplette Nachtschicht im Streifendienst und wurden dabei jeweils in ein Streifenteam integriert. So konnten wir die technischen Möglichkeiten vor Ort aus erster Hand erleben und gleichzeitig einen unverfälschten Einblick in den polizeilichen Alltag gewinnen. Dabei wurden wir unter anderem zu Einsätzen im Bereich häuslicher Gewalt sowie zu Maßnahmen im Zusammenhang mit Bedrohungslagen hinzugezogen, die in Gewahrsamnahmen mündeten. Diese Eindrücke haben den Austausch auf eine sehr praxisnahe Ebene gehoben.



Das weitere Programm vor Ort verband Theorie und Praxis auf gelungene Weise: Neben Präsentationen und intensiven Gesprächen standen zahlreiche Besuche polizeilicher Einrichtungen auf dem Programm – darunter das Hauptpolizeipräsidium, die Einsatzleitstelle sowie Gewahrsamsbereiche. Ergänzt wurde dies durch Einblicke in Trainingsanlagen, Fahrzeuge und Einsatzmittel der litauischen Polizei. Auch praktische Ausbildungselemente kamen nicht zu kurz, etwa durch ein Training im Lasersimulationsraum sowie ein Fahrsicherheitstraining unter anspruchsvollen Bedingungen – bei dem wir feststellen konnten, dass physikalische Grenzen auch im internationalen Kontext unverändert gelten.
Neben den dienstlichen Programmpunkten bot sich auch die Gelegenheit, einige kulturelle Highlights Litauens kennenzulernen. Hervorzuheben sind der Besuch der beeindruckenden Wasserburg in Trakai sowie der historischen Burg in Kaunas, die zusätzliche Einblicke in die Geschichte und Kultur des Landes ermöglichten.


Eindrucksvoll war für uns auch die Wahrnehmung der Polizei in der Bevölkerung: Das Ansehen und der Respekt gegenüber den Polizeikräften waren deutlich spürbar. Gleichzeitig zeigte sich, wie konsequent die Kolleginnen und Kollegen ihre Werte im Alltag vermitteln – und wie groß umgekehrt das Interesse an unserer Arbeitsweise und den Erfahrungen aus Deutschland war. Dieser beidseitige Austausch ermöglichte viele praxisnahe Einblicke und hat die Verbindung zwischen unseren Einrichtungen nachhaltig gestärkt.
So bleibt am Ende neben vielen fachlichen Erkenntnissen vor allem eines: drei Worte, die unseren Aufenthalt geprägt haben und die Polizeiarbeit in Litauen treffend beschreiben – „Ginti. Saugoti. Padėti.“

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