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Corona zum Trotz: Masterstudiengang Kriminalistik wagt neue Wege

Neuigkeiten zum Masterstudiengang Kriminalistik

Ein ungewöhnliches Bild: drei Lehrende, ein Bildschirm, eine Kamera und ein Mikrofon – in einem sonst leeren Unterrichtsraum. So haben sich die Verantwortlichen den Beginn des dritten Moduls im neuen Masterstudiengang Kriminalistik nicht vorgestellt.

Schon zum Start des Studienganges im Oktober 2020 war allen Beteiligten allerdings bewusst, dass es kein normales Semester werden würde. Vieles, was von langer Hand durchdacht und geplant war, sollte – pandemiebedingt – ganz anders kommen. Vorhandene Pläne mussten kurzfristig umgestellt werden.

Zivile Hochschulen waren schon im Sommersemester 2020 überwiegend ins „Onlinesemester“ übergegangen. Präsenzlehre sollte es nur geben, sofern es zwingend notwendig war. Auch die Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg richtete sich danach aus, wenngleich die Präsenzlehre – aufgrund der speziellen polizeilichen Anforderungen – lange Zeit noch stärker im Vordergrund stand als andernorts.

So konnten die 21 Studierenden des Masters im Oktober ihre Unterkünfte auf dem Campus in Oranienburg beziehen, ihre Begrüßungsunterlagen entgegennehmen und zum ersten Mal die Unterrichtsräume erkunden. Entgegen aller Befürchtungen war es sogar möglich, das erste Modul auf dem Campus zu unterrichten. Die Studierenden lernten sich kennen und fassten, teils nach vielen Jahren der Berufspraxis, langsam im Studentenleben Fuß.

Im Dezember verschärfte sich die Pandemielage jedoch zunehmend. Das stellte das Team der Hochschule vor neue Aufgaben. Es mussten neue Lösungen her. Deshalb startete am 4. Januar das zweite Modul online – und so blieb es bis heute.

Mittlerweile ist Vieles zur Routine geworden, was Studierende wie Lehrende zunächst herausforderte. Einem Problem mussten sich zivile Hochschulen indes nicht stellen: was tun, wenn Lehrinhalte „VS-NfD“ sind, das heißt "unter Verschluss zu halten" sind? Hier konnte nicht so einfach auf digitale Formate umgestellt werden. Einige Lehrinhalte mussten daher leider zunächst noch verschoben werden. Die Abfolge der Lehrinhalte mit dem angedachten didaktisch-methodischen Aufbau soll darunter natürlich nicht leiden – eine besonders komplexe Herausforderung für die Planung. Alle anderen Veranstaltungen finden nun digital statt. Dafür nutzt der Masterstudiengang die digitale und hauseigene Lernplattform POLEON sowie das Videokonferenzsystem Adobe-Connect. Damit der zwischenmenschliche Kontakt nicht verloren geht, werden zusätzlich digitale „Kaffee-Treffen“ angeboten. Hier besteht die Möglichkeit, sich in lockerer Atmosphäre auf dem Laufenden zu halten. Ein Nebeneffekt der Online-Lehre: alleine vor dem Bildschirm kann man sich ganz maskenfrei begegnen, auch wenn so mancher lieber nicht zu sehen wäre, da mittlerweile der Friseurbesuch fehlt …

Doch für viele Studierende erschwert Corona den Alltag zusätzlich. Denn eine Besonderheit im Masterstudiengang ist, dass viele Studierende bereits Eltern sind. Kindergärten und Schulen sind geschlossen, und der Unterricht findet zu Hause via Adobe-Connect statt. Keine einfache Situation. Die Vereinbarkeit von Familie und Studium bildet für viele Studierende eine der größten Herausforderungen. Hierzu werden derzeit neue Lösungen erarbeitet. Diese werden die Lehre der Zukunft sicher prägen. Fürs Erste hat sich die Studiengangsleitung entschieden, alle Lehrveranstaltungen – soweit möglich – aufzuzeichnen und online zu stellen. Inhalte, denen aufgrund häuslicher Umstände nicht gefolgt werden konnte, können unkompliziert nachgearbeitet werden. Das schafft Flexibilität für die Studierenden.

Das nun bevorstehende Ende von Modul 2 stellt ein weiteres Novum dar: eine Online-Klausur. In Form einer sogenannten Open-Book-Klausur werden die Studierenden ihre Klausuren von einem beliebigen Ort aus schreiben. Um das Potenzial voll auszuschöpfen, wird die Klausur – und die gesamte Lehre – detailliert evaluiert. Dabei wird sich zeigen, ob Online-Klausuren ein Format für die Zukunft nach Corona sind. Ohnehin: bereits jetzt ist klar, dass nach der Pandemie digitale Lehrformate vermehrt zum Alltag des Masterstudiengangs gehören werden. Schlussendlich wird damit die Vereinbarkeit von Familie und Studium gestärkt werden.

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