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„Wo viel Geld, da viel Begehrlichkeit.“

Wir befinden uns mitten in unserem Wahlpflichtmodul „Polizeiethik und die Verhinderung von Korruption“. Im Zuge dessen bekamen wir am 02.06.2021 die Möglichkeit, eine Hospitation zum Willy-Brandt-Flughafen BER zu unternehmen. Dort angekommen, begann der Tag mit einem intensiven und regen Austausch mit Chief Compliance Officer Elke Schaefer von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Die frühere Staatsanwältin verfügt über ein umfangreiches Hintergrundwissen zur Wirtschaftskriminalität und ist am Flughafen für die Prävention von Korruption und Co. zuständig. Anhand zweier pressebekannter Korruptionsfälle zeigte sie uns auf, wie unerlässlich eine nachhaltige Mitarbeitersensibilisierung und die Schaffung geeigneter Repressionsmaßnahmen innerhalb des großen Unternehmens sind. Anschließend stellte sie uns das Hinweisgebersystem zur Aufdeckung unternehmensinterner Missstände wie Korruptionsvorfällen, aber auch Diskriminierungen und anderer schwerwiegender Gesetzesverstöße vor. Auf unsere zum Teil kritischen Nachfragen ging sie transparent und ausführlich ein, was hier und da eine interessante Diskussion entstehen ließ. Frau Schaefer betonte insbesondere die enge Zusammenarbeit zwischen der Compliance-Abteilung des Flughafens und der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Korruptionskriminalität in Neuruppin. Diese arbeitet wiederum, wie wir mittlerweile wissen, mit dem LKA 138 zusammen. Auffallend waren hier die übereinstimmenden Regelungen und Maßnahmen in unserer Landespolizei und dem Unternehmen, sei es die noch geltende 15€-Wertgrenze oder der Schutz der Hinweisgeber. Es wurde deutlich, dass Unternehmen und Behörden von- und miteinander lernen können, was die Verhinderung von Korruption angeht.
Wir beendeten die Hospitation mit einer Führung durch das Terminal 1 bis hin zur Besucherterrasse. Auch hier wurde uns vor Augen geführt, welchen Sicherheitsansprüchen ein Flughafen dieser Größe gerecht werden muss und welchen Problemen die eingesetzten Dienstleister und Behörden gegenüberstehen können. Für jede erdenkliche Sicherheitsgefährdung finden jedoch intensive Übungstage und auch unangekündigte Tests der Mitarbeiter statt. Ein jeder Fluggast kann sich also sicher sein, dass das Flughafenpersonal kompetent mit Problemen und Gefahren umgehen wird.
Jedoch ist es natürlich so, dass es nie eine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Gleiches gilt auch für den Bereich der Korruptionskriminalität. Denn „wo viel Geld, da viel Begehrlichkeit“ – so Frau Schaefer. Aus diesem Grund ist es aber umso wichtiger, der Korruption durch eine gut durchdachte Prävention und Aufklärung keine Fläche zu bieten.
Während der Hospitation am Flughafen wurde uns erneut bewusst, dass es bereits viele wirkungsvolle Ideen und Maßnahmen zur Vorbeugung von Korruption gibt. Damit diese noch mehr Anerkennung erfahren, ist es nun auch an uns, unsere Kollegen über den richtigen Umgang mit Zuwendungen aller Art zu informieren. Je mehr Aufklärung zu diesem Thema betrieben wird, desto weniger Platz bleibt für Korruptionskriminalität.
 

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