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„Hi hast Du Bock auf Webcam-Sex ...

Titelanschnitt

Solche oder ähnliche Anfragen sind heutzutage für Kinder und Jugendliche im Internet leider ein normales Erlebnis. In den letzten Jahren berichten Medien immer häufiger über Phänomene wie Cybermobbing, Sexting oder auch Cybergrooming. Die Liste der Phänomene ließe sich noch sehr viel weiter ausdehnen.

Gemeinsam haben alle diese Phänomene, dass sie in oder über sog. Soziale Medien stattfinden. Der Begriff Soziale Medien wiederum steht für onlinebasierte Programme, die eine Kommunikation von Nutzern untereinander ermöglichen. Soziale Medien sind dabei sehr viel mehr als nur Facebook oder Twitter.

Youtube, Instagramm, WhatsApp, Kik, Snapchat, Xing, Pinterest, Amazon, Ebay, World of Warcraft... . Annähernd alle Programme die heutzutage genutzt werden sind Soziale Medien. Es kann sogar davon gesprochen werden, dass diese und andere Programme in ihrer Gesamtheit einen Raum öffentlichen Lebens darstellen.

Gerade Kinder und Jugendliche wachsen aber mit diesem öffentlichen Raum auf, der am besten mit dem Straßenverkehr verglichen werden kann. Im Straßenverkehr werden Kinder durch ihre Eltern auf die Risiken und Möglichkeiten die dieser bietet vorbereitet, da sie selbst mit dem Straßenverkehr aufgewachsen sind und um dessen Risiken wissen.

Im Bereich der Sozialen Medien ist dies den meisten Eltern leider nicht immer möglich, sie werden von der Entwicklung förmlich überrollt. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihrer Verantwortung gerecht werden und sich intensiv mit der Medienwirklichkeit ihrer Kinder auseinandersetzen.

Auf der anderen Seite kommt aber auch dem Staat und der Polizei die Aufgabe zu, diese gegenwärtige Situation zu erfassen und entgegenzuwirken. Um dies zu erreichen, ist vor allem eines notwendig: Wissen. Nur mit Wissen über Phänomene, Entwicklungen und Nutzungsverhalten kann auch die Polizei für Kinder- und Jugendliche, aber auch für Eltern und ggf. auch für Kollegen ein vertrauensvoller Ansprechpartner in Fällen wie Missbrauch, Bedrohungen, Betrug u.ä. darstellen.

Vor dieser Aufgabe steht dabei nicht nur die Brandenburger Polizei, alle Polizeien weltweit müssen sich denselben Herausforderungen stellen und Lösungswege finden. Umso wichtiger sind eine enge Vernetzung und ein Wissenstransfer.

Die HPol BB hat nun durch die Veröffentlichung der Sonderausgabe der Oranienburger Schriften zu Cybergrooming einen kleinen Teil dazu beigetragen. Hierbei handelt es sich um die erste englischsprachige wissenschaftliche Publikation der HPol und beinhaltet mehrere Fachartikel zu unterschiedlichen Aspekten und aus unterschiedlicher Fachrichtung zum Phänomen der „Anbahnung sexueller Interaktionen mit Kindern über das Internet“, dem Cybergrooming.

Die aktuelle Ausgabe ist im Internet frei abrufbar. (ca. 2MB .pdf)

Eine Ausgabe mit teilweise deutschsprachigen Übersetzungen befindet sich in der Vorbereitung.

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