Polizei verbindet: Britische Delegation zu Gast an der HPol

Austausch, Einblicke und Freundschaft – eine britische Polizeidelegation war Anfang Oktober zu Gast an der Polizeihochschule und erhielt spannende Einblicke in die Ausbildung und den Polizeialltag in Brandenburg.

Im Rahmen des internationalen Polizeiaustauschs durften wir unsere Kolleginnen und Kollegen aus Nordirland, Essex und Thames Valley herzlich begrüßen. Was folgte, war ein abwechslungsreiches Programm, das nicht nur fachliche Einblicke ermöglichte, sondern vor allem eines zeigte: Polizei kennt keine Grenzen – und gute Zusammenarbeit beginnt mit persönlichem Austausch und Freundschaft.

Auf und abseits des Campus erwarteten die Gäste spannende Programmpunkte

Nach einer Führung über den Campus ging es zunächst aufs Wasser. Mit einem Boot der Wasserschutzpolizei konnten unsere Gäste Oranienburg aus einer ganz besonderen Perspektive kennenlernen. Dabei blieb natürlich auch genügend Zeit für Gespräche über die unterschiedlichen Aufgaben und Arbeitsweisen der Polizeien in Deutschland und dem Vereinigten Königreich.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Raumschießanlage auf dem Campus. Bei einer Waffenpräsentation erhielten die britischen Kolleginnen und Kollegen einen Einblick in die bei der Polizei verwendeten Einsatzmittel und deren sichere Handhabung. Anschließend konnten sie dem regulären Unterricht im Standard-Einsatztraining beiwohnen und erleben, wie Polizeianwärterinnen und -anwärter auf unterschiedliche Einsatzsituationen vorbereitet werden.


Besonders eindrucksvoll war der Einblick in die Ausbildung für lebensbedrohliche Einsatzlagen am Dienstag im Ausbildungs- und Trainingszentrum (ATZ) der HPol. Die Delegation konnte hautnah miterleben, wie realitätsnah und anspruchsvoll unsere zukünftigen Polizeikräfte auf Situationen vorbereitet werden, in denen innerhalb kürzester Zeit weitreichende Entscheidungen getroffen werden müssen. Auch medizinische Sofortmaßnamen unter Einsatzbedingungen waren Teil des Programms. Unter fachkundiger Anleitung der Trainerinnen und Trainer des ATZ konnten die Gäste selbst Hand anlegen und beispielsweise das Einführen eines Wendl-Tubus in die Nase einer Übungspuppe ausprobieren. Eine Erfahrung, die für einige interessante Gespräche und den einen oder anderen erstaunten Blick sorgte.

 

Geschichte des Ortes erleben und Verantwortung der Polizei verstehen

Doch Polizeiarbeit besteht nicht nur aus Einsatztraining und Technik. Ein wichtiger Bestandteil des Besuchs war deshalb auch die Auseinandersetzung mit der historisch bedeutsamen Vergangenheit des Campus als früherer Teil des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Gemeinsam beschäftigte sich die Delegation mit der Geschichte des Ortes und besuchte die Gedenkstätte. Gerade dieser Teil des Besuchs machte deutlich, welche Verantwortung Polizei und Gesellschaft aus der Geschichte ableiten müssen.

Der fachliche Austausch der ersten Tage zeigte bereits eindrucksvoll, wie unterschiedlich polizeiliche Ausbildung und Einsatzkonzepte in verschiedenen Ländern sein können – und gleichzeitig, wie viele Gemeinsamkeiten es gibt. Ob auf dem Wasser, auf der Raumschießanlage, im Einsatztraining oder bei Gesprächen über die Geschichte: Der persönliche Austausch schafft Verständnis, Vertrauen und neue Perspektiven.

 

Polizeiaustausch lebt von gemeinsamen Momenten

Und natürlich durfte bei einem Besuch unserer britischen Kolleginnen und Kollegen auch der Humor nicht zu kurz kommen. Denn neben allen fachlichen Gemeinsamkeiten gilt wohl für beide Seiten: Ein guter Polizeiaustausch besteht nicht nur aus Dienstvorschriften und Einsatzkonzepten, sondern auch aus guten Gesprächen, gemeinsamem Lachen und dem Kennenlernen der Menschen hinter der Uniform.

So gab es für Studenten des Bachelor-Studiengangs jetzt schon die Möglichkeit, Kontakt zu den englischen Kolleginnen und Kollegen aufzunehmen und Absprachen für ihre Auslandshospitation zu treffen.

Zur Info

Interessiert dich internationales Netzwerken in Punkto Polizeiarbeit, möchtest du mehr über andere Lösungsstrategien und Arbeitsweisen erfahren? Dann lerne die Arbeit der International Police Association in deiner Verbindungsstelle kennen und sprich uns an. Wir unterstützen dich gerne mit unserem Netzwerk. „Dienen durch Freundschaft“ kann mit der International Police Association gelebt werden.