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Police Experience & Training Week – International vernetzt

Eine Woche voller Austausch, Training und gemeinsamer Erfahrungen: 27 Polizeibeamtinnen und -beamte aus 13 Ländern waren zur ersten „Police Experience & Training Week“ an der Hochschule der Polizei Brandenburg zu Gast.

Vom 02. bis 08. August 2026 fand an der Hochschule der Polizei Brandenburg (HPol) erstmals die „Police Experience & Training Week“ statt. Ziel der internationalen Veranstaltungswoche war es, die Zusammenarbeit mit bestehenden Partnerländern weiter zu festigen, internationale Netzwerke auszubauen und den Austausch mit Polizeibeamtinnen und -beamten aus verschiedenen europäischen Staaten sowie den USA zu intensivieren. Gleichzeitig soll die internationale Zusammenarbeit langfristig dazu beitragen, geeignete Partnerdienststellen für Hospitationen im Wahlpflichtmodul „Polizei in internationalen Einsätzen“ zu gewinnen.

27 erfahrene Polizeibeamtinnen und -beamte aus 13 Ländern folgten der Einladung nach Oranienburg und machten die Woche zu einem abwechslungsreichen Mix aus Fachprogramm, praktischen Trainingseinheiten, kulturellen Eindrücken und vor allem viel persönlichem Austausch. Auch zwei Teilnehmer aus Brandenburg waren unverzichtbarer Bestandteil des Veranstaltungsformats: Christopher Hanitzsch aus dem ELZ sowie Alexander Graf von der 4. EHu repräsentierten unsere Polizei in ganz ausgezeichneter Art und Weise.“

 

Auftakt mit internationalen Einblicken und historischem Blick

Zum Auftakt  begrüßte die Vizepräsidentin der HPol, Prof. Dr. Imme Krüger,  die internationalen Gäste. Anschließend stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre jeweiligen Polizeien, Organisationsstrukturen und Ausbildungssysteme vor. Dabei wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich die Polizeiorganisationen in Europa und darüber hinaus aufgestellt sind – und gleichzeitig, wie viele Gemeinsamkeiten  den polizeilichen Alltag verbinden.

Zwischen den Länderpräsentationen stellte Niklas Fehlner aus dem Bereich ZET Führungs- und Einsatzmittel der Polizei Brandenburg vor und gab den Gästen damit einen ersten praktischen Einblick in die Ausstattung der Brandenburger Polizei. Auch der Landeseinsatztrainer Sören Ernst nutzte die Gelegenheit, sich über das neue Veranstaltungsformat und die Möglichkeiten des internationalen Austauschs zu informieren.

 

Am Nachmittag stand mit dem Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen ein bewusst anderer Programmpunkt auf dem Plan. Die internationale Gruppe wurde von Herrn Oberndörfer, Jurist und Rechtshistoriker, fachkundig durch die Gedenkstätte geführt wurden. Neben der Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers wurden auch zahlreiche persönliche Schicksale der Häftinge thematisiert.

Besonders eindrucksvoll war für die Gäste der unmittelbare Bezug zur heutigen Hochschule. Der Besuch hinterließ bei vielen Teilnehmenden einen nachhaltigen Eindruck und bot auch im weiteren Verlauf der Woche immer wieder Anlass für intensive Gespräche.

 

 

Ein Einblick in den Polizeialltag

Am Dienstag ging es direkt in die praktische Polizeiarbeit. In der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland in Strausberg wurden die Gäste zunächst durch den Leiter der Polizeiinspektion, Herrn Bley, persönlich begrüßt.

Die hervorragend vorbereiteten Stationen boten anschließend einen umfassenden Einblick in unterschiedliche Bereiche des polizeilichen Alltags. Vorgestellt wurden unter anderem das Diensthundewesen, die Aufgaben und die technische Ausstattung des Verkehrsdienstes sowie der Wachdienst mit Gewahrsam und Revierdienst. Besonders beeindruckend waren die praktischen Vorführungen der Diensthunde sowie die anschauliche Vorstellung der Geschwindigkeitsmesstechnik.

 

Bemerkenswert war das große Engagement der Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die sich im Vorfeld intensiv auf den internationalen Besuch vorbereiteten, sich mit englischen Fachbegriffen vertraut machten und ihre Präsentationen entsprechend gestalteten. Dabei entstand ein unmittelbarer Austausch zwischen den Brandenburger Kolleginnen und Kollegen und den internationalen Gästen.

Hervorzuheben ist die ausgezeichnete Vorbereitung und Organisation des Besuchs durch PHK'in Andrea Mögenburg.

 

Am Nachmittag führte das Programm weiter nach Berlin. Bei einer englischsprachigen Führung durch den Deutschen Bundestag erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Reichstagsgebäudes, seine Architektur sowie den heutigen parlamentarischen Betrieb.

 

Einsatztraining im ATZ Liebenberg

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen des Einsatztrainings im Ausbildungs- und Trainingszentrum (ATZ) Liebenberg. Nach der Begrüßung durch die Präsidentin der Hochschule und einer Einführung in Struktur und Aufgaben des ATZ durch den stellvertretenden Leiter Stefan Mertinatsch ging es direkt in die Praxis.

Im Fokus standen die Handlungskonzepte der Polizei Brandenburg zum taktischen Vorgehen in lebensbedrohlichen Einsatzlagen sowie zur taktischen Einsatzmedizin. Dabei wurden alle Teilnehmenden aktiv in die praktischen Trainingssequenzen einbezogen.

 

Ein besonderes Highlight war das anschließende Sachverhaltstraining. Dabei demonstrierten die Teilnehmenden aus verschiedenen Ländern ihr jeweiliges Vorgehen im Umgang mit einem mit einem Messer bewaffneten Täter. Trotz unterschiedlicher nationaler Hintergründe zeigte sich schnell, dass viele taktische Ansätze vergleichbar sind. Bei hochsommerlichen Temperaturen verlangte der Tag allen Beteiligten einiges ab. Dennoch zogen alle bis zum Ende mit.

Anschließend war noch Energie für eine freiwillige Sporteinheit vorhanden. Bei einer kombinierten Lauf- und Schwimmeinheit ging es zum nahegelegenen Grabowsee.

Ein besonderer Dank gilt dem Team des ATZ, insbesondere Stefan Mertinatsch, Victoria Winkler und Alexander Schengel-Bobik, sowie Landeseinsatztrainer Sören Ernst und Lehrtrainer Stefan Boehme für die engagierte und praxisnahe Gestaltung des Tages. Für die unsere Gäste war dabei deutlich spürbar:  Hinter dem Einsatztraining stehen nicht nur Professionalität und Fachwissen, sondern auch viel persönliches Engagement.

 

Bereitschaftspolizei, Technik und Potsdamer Geschichte 

Am Donnerstag führte das Programm nach Potsdam zur Direktion Besondere Dienste. Nach einer Vorstellung der Struktur und Aufgaben der Bereitschaftspolizei durch Abteilungsführer Dr. Oskar Vurgun folgte eine eindrucksvolle und  praxisnahe Vorführung der BFE der 1. Einsatzhundertschaft.

 

 

 

 

Insbesondere der Umgang mit größeren Menschenmengen und sogenannten Massenphänomenen sorgte für zahlreiche Nachfragen und Diskussionen. Ergänzt wurde das Programm durch eine Vorführung des Wasserwerfers sowie Einblicke in die Drohnentechnik der TEE. 
Für die ausgezeichnete Vorbereitung und Organisation des Besuchs zeichnete POK René Schendel verantwortlich.

 

 

Am Nachmittag konnten die Gäste Potsdam auf besondere Weise kennenlernen: Bei einem von der Präsidentin der HPol geführten Spaziergang ging es vom Luisenplatz über die Friedenskirche und das Schloss Sanssouci bis zur Orangerie und zur Historischen Mühle. Neben den Potsdamer Sehenswürdigkeiten erhielten die Gäste dabei auch Einblicke in  die Geschichte der preußischen Landeshauptstadt und die Zeit Friedrichs II.

 

Gemeinsam an Lösungen arbeiten

Am Freitag rückte schließlich der „Best Practice“-Gedanke in den Mittelpunkt. In gemischten Gruppen bearbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Sachverhalte aus der polizeilichen Praxis. Zunächst stellten sie dar, wie ein vergleichbarer Sachverhalt in ihrem jeweiligen Heimatland gelöst wird. Anschließend wurden rechtliche, taktische und technische Unterschiede diskutiert. Ziel war es, die Stärken der unterschiedlichen Ansätze herauszuarbeiten und gemeinsam darüber nachzudenken, wie daraus ein möglichst guter gesamteuropäischer Standard entstehen könnte.

 

Der Workshop zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial in der länderübergreifenden Zusammenarbeit steckt – und sorgte bei allen für zahlreiche neue Erkenntnisse.

 

Abschluss auf dem Wasser

Zum Abschluss ging es noch einmal aufs Wasser bei der Wasserschutzpolizei. Leinen los hieß es an Bord der „WSP 1“, des größten Schiffes der Brandenburger Flotte, in Richtung Oranienburger Stadthafen.

Herr Pompetzki, Leiter der Wasserschutzpolizei der Polizeidirektion Nord, hatte den Programmpunkt perfekt organisiert und gab während der Fahrt Einblicke in die Aufgaben der Wasserschutzpolizei und aktuelle Einsatzbereiche. Natürlich durfte auch der Vergleich mit den jeweiligen Polizeien der Herkunftsländer nicht fehlen.

 

Begleitet von drei weiteren Booten der Wasserschutzpolizei erreichte die internationale Gruppe den Stadthafen. Dort blieb Zeit für Erinnerungsfotos, bevor die Gäste für die Rückfahrt selbst beschließen konnten, auf welchem der Boote sie den Weg zurücklegen wollten. Ein Programmpunkt der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal besonders beeindruckte.

 

Internationale Zusammenarbeit, die verbindet

Eine intensive und abwechslungsreiche Woche ging damit zu Ende. Was vor allem blieb, waren viele neue Kontakte, zahlreiche gemeinsame Erfahrungen und die Erkenntnis, dass Polizeiarbeit trotz unterschiedlicher Strukturen, Gesetze und Ausbildungssysteme in vielen Bereichen von denselben Herausforderungen geprägt ist.

 

Die „Police Experience & Training Week“ hat eindrucksvoll gezeigt, dass internationaler Austausch besonders dann funktioniert, wenn er nicht nur im Seminarraum stattfindet, sondern gemeinsam erlebt, diskutiert und praktisch ausprobiert wird.